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Klima-Charta Schweiz

1. Die Ziele bis 2020: 12% mehr erneuerbare Energien und 12% bessere Energieeffizienz
Politik, Wirtschaft und Private sorgen für eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz und eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Schweizer Energieversorgung von heute 19% auf 31% bis 2020*. Die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft** sind so rasch wie möglich zu realisieren - ohne schützenswerte (Fluss-) Landschaften zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Pumpspeicherkraftwerke sollen ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen. Das erneuerbare Energie-Potential im Gebäudebereich von jährlich gegen 100 TWh*** ist zu erschliessen.

2. Der Weg: Energieverluste markant senken - erneuerbare Energien stärken
Gebäude:
Im Rahmen der Sanierung und Erneuerung des Gebäudebestandes sollen Minergie-P® und solare PlusEnergieBauten (PEB) zum Standard werden****.
Strom:
Es wird eine verstärkte Nutzung des Holz-, Biomasse-, Geothermie- und Windpotentials, sowie eine vermehrte Anwendung der Solartechnik an Lärmschutzwänden, Lawinenverbauungen und auf Landwirtschafts- und anderen geeigneten Gebäuden mit grossen Dachflächen gefordert. Bei der Sanierung der Wasserkraftwerke sind die geltenden gesetzlichen Bestimmungen ausnahmslos zu beachten. Das Stromnetz soll zu einem intelligenten Stromnetz umgebaut werden.
Mobilität:
Effiziente Fahrzeuge sowie die Entwicklung von neuen Antriebs- und Speichertechnologien sollen gefördert werden.
Effizienz:
Der konsequente Ersatz von Elektroheizungen, veralteten Motoren und Pumpen durch Clean-Technologie und die Reduktion von unnötigen Standby-Verlusten soll gefördert werden. Damit kann ein Viertel unseres heutigen Stromverbrauchs eingespart werden.


3. Das Controlling: Informieren und nachbessern
Die zuständigen Behörden auf Bundes- und Kantonsebene sind verpflichtet, die Öffentlichkeit jährlich über den Erfolg der Massnahmen zu informieren. Werden die Ziele nicht erreicht, beschliessen sie die zur Zielerreichung notwendigen und geeigneten Massnahmen.

*) Das entspricht dem Ziel der "Richtlinie erneuerbare Energie" der Europäischen Union auf die Schweiz übertragen.
**) 2000-Watt-Gesellschaft: Die Pro-Kopf-Verbrauchsleistung wird von heute 6300 Watt auf 2000 Watt reduziert, wovon mindestens drei Viertel aus erneuerbaren Energiequellen stammen: siehe www.2000Watt.ch.
***) Bundesrat zur Interpellation NR R. Wehrli vom 24.11.2010, wonach allein Minergie-P-Bauten den Heizenergiebedarf um 70-90 TWh/a reduzieren (1 TWh = 1 Tera-Watt-Stunde = 1 Mrd. kWh (Kilowattstunde)).
****) Insbesondere darf das Recht zur Erstellung sorgfältig integrierter Solaranlagen (RPG Art. 18a i.S. des Ständeratsbeschlusses vom 28.9.2010) nicht eingeschränkt werden.

Begründung: nachhaltige Energiepolitik schafft Arbeitsplätze, Sicherheit und Unabhängigkeit

Die sehr grosse heutige Abhängigkeit von fossilen und nuklearen Energiequellen ist mit grossen Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden. Die hohe Auslandabhängigkeit und die absehbaren dramatischen Auswirkungen des Klimawandels bergen erhebliche politische und wirtschaftliche Risiken.

Die erwähnten energiepolitischen Massnahmen bilden den Schlüssel für eine nachhaltige Energieversorgung und bringen erhebliche Vorteile für den Arbeits- sowie für den Technologiestandort Schweiz. Sie verschaffen unserem Land mehr Unabhängigkeit und neue Chancen und Möglichkeiten im Energiebereich. Der jährliche Geldtransfer von 10 Mrd. CHF und mehr ins Ausland wird reduziert, dafür mehr Wertschöpfung in der Schweiz geschaffen. Die Energiewende ist keine Frage der Technik oder Ökonomie, sondern des politischen Willens. Falls die Schweiz jetzt auf eine nachhaltige Energieversorgung umstellt, gewinnt sie an Standortattraktivität, senkt die Gesundheitskosten, verbessert die Umwelt- sowie die Lebensqualität und erhöht die eigene Sicherheit.
Klima-Charta Schweiz.pdf
Semesterarbeit von B. Wyss zum Thema

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